Porzellan Muster sächsische manufaktur

By August 1, 2020 No Comments

Seit dem 26. Juni 1991 ist die Staatliche Porzellan-Manufaktur Meissen GmbH als Alleingesellschafter im Besitz des Landes Sachsen. Diese frühe Schaffenszeit in der Geschichte der Manufaktur ist eng mit dem Porzellanmaler Johann Gregorius Höroldt verbunden, der 1720 von Wien nach Meisen zog. Unter seiner Ägide entwickelte die Manufaktur die ersten hitzebeständigen Unter- und Glasurfarben, die es Meisen ermöglichten, ungeträumte bunte Dekore zu kreieren. Die sogenannte Skulptur der Manufaktur begann 1730, zwei Jahrzehnte nach ihrer Gründung. Diese Zeit ist vor allem für die Produktion zahlreicher großformatige Skulpturen im Barockstil der Zeit bekannt. Auslöser für diesen Wandel war eine Reihe von Manufakturaufträgen für das Japanische Schloss in Dresden, das zu dieser Zeit auf die umfangreiche Porzellansammlung des Starken Augustus der Starken ausgedehnt werden sollte. Opulente Feierlichkeiten als Symbol der Macht und eine Demonstration des Reichtums prägten das Leben am sächsischen Hof. Diese Ereignisse dienten dazu, feierlich politische Macht, Finanzkraft und kulturelle Raffinesse zu demonstrieren. Jede Kunstform war an der Organisation und Durchführung dieser Feierlichkeiten beteiligt. Auch der Gastgeber und seine Gäste wären Teil der Produktion.

Sie verkleiden sich als die verschiedenen Jahreszeiten, Elemente, Kontinente und sogar antike Menschen. Diese Themen würden sich wiederum auch im Porzellandesign widerspiegeln. Allegorische Figuren mit subtilen erotischen Innuendos gehörten oft zu den Tischdiensten und Dekorationen jener Zeit. Die mythologische Erhöhung von August us der Starke drückte sich in Form opulenter Herzstücke aus. Genteel Porzellanfiguren reich an doppelten Entendres, kokette und suggestive, würde als Gesprächsstücke dienen. Ziel war es, eine brillante Darstellung absoluter Macht zu schaffen. Anfangs waren relativ kleine Tee- und Kaffeedienstleistungen die am meisten produzierten, aber ab den 1730er Jahren begannen große rüstungsporzellan-Dinner-Dienstleistungen zu machen, zunächst für Augustus, dann aber andere Käufer im In- und Ausland. [17] Sie wurden auch für diplomatische Geschenke verwendet.

Maria Amalia von Sachsen, Enkelin von Augustus, heiratete den König der drei Sizilien, später Karl III. von Spanien, und ihre Mitgift soll 17 Meidentischdienste umfasst haben, die das Paar inspirierten, den Porzellanfaktor Capodimonte in Neapel zu gründen. [18] Im Jahr 2000 entstand unter der Leitung von Ludwig Zepners und in Zusammenarbeit mit Orgelbauern die weltweit erste Orgel mit Pfeifen aus Meisen-Porzellan. Diese Geschmacksänderung erforderte die Einführung neuer Designs und Formen bei MEISSEN, die sich nicht nur von früheren ostasiatischen Einflüssen entfernten, sondern auch den vorherrschenden Rokoko-Geschmack für üppige Opulenz befriedigen würden. Johann Joachim Kaendlers “Schneeballblüten” gehören zu den außergewöhnlichsten künstlerischen Werken dieser Zeit – ein Meisterwerk eines der bedeutendsten und einflussreichsten Porzellanmodellbauer der Meisenmanufaktur. 1739, auf Geheiß von August III., schuf Kaendler einen Tischservice, mit dem der König seine Frau Maria Josepha von Österreich hofieren konnte. Nach dem Zweiten Weltkrieg und unter kommunistischer Herrschaft hatte die Manufaktur, die sich immer um die Reichen und Reichen gekümmert hatte, einige Schwierigkeiten, ihren Weg zu finden. Die Gefahr bestand darin, dass Meisen zu einer Fabrik werden würde, die nur für die Massen produziert. Erst 1969, als Karl Petermann Direktor wurde, konzentrierte sich Meisen wieder auf seine alten Traditionen und erhielt auch einen freieren künstlerischen Ausdruck. Besonders hervorzuheben sind die prächtigen Vasen, Gefäße und Figuren von Ernst August Leuteritz, die auf den Weltausstellungen ausgestellt wurden. Leuteritz war unter anderem für die “Schlangenvasen” der Manufaktur verantwortlich. Dieses imposante Schiff wurde zu einem der Klassiker der Manufaktur.